Kurz und sachlich: Ja, es gibt Veränderungen bzw. Reformpläne für Sportbootführerscheine in Deutschland in den kommenden Jahren. Für Österreich und Kroatien sind im Kern aktuell keine grundlegenden Gesetzesänderungen angekündigt, sondern eher bestehende Regeln und Anerkennungs-Standards.
🇩🇪 Deutschland – Reform der Sportbootführerschein-Regeln
Was konkret geplant ist:
Die Sportschiffahrts-/Freizeitboot-Regeln werden modernisiert. Eine neue Sportschifffahrtsverordnung (SportSchV) soll das derzeitige Fahrerlaubnissystem reorganisieren. Ab 2026 soll die Verordnung in Kraft treten, nach Übergangsfristen dann ab 1.1.2028 gelten. Statt staatlicher amtlicher Scheine sollen „Verbandsscheine“ als anerkannte Fahrerlaubnis gelten, ausgestellt von anerkannten Verbänden. Eine Fahrerlaubnis bleibt Pflicht, sie wird nicht abgeschafft.
Wesentliche Aspekte der Reform (kurz):
Der Schein bleibt Pflicht für Wassersportler, wo aktuell auch schon Pflicht besteht (See, Binnen etc.). Segler ohne Motor brauchen in bestimmten Fällen künftig keinen Schein mehr – z. B. auf Binnenwasserstraßen. Einheitliche Regelung für alle Antriebsformen: Ein Führerschein ist ab 11,03 kW Motorleistung erforderlich – keine Sonderregel mehr für Elektroboote. Die „Verbandsscheine“ sollen auch als International Certificate of Competence (ICC) gelten.
Stand: Der Gesetzgebungsprozess läuft (Anhören bis Nov 2025 etc.), Endfassung steht noch nicht.
Kurz: Du solltest davon ausgehen, dass die Pflicht bestehen bleibt, aber die Art der Ausstellung & Anerkennung sich 2028 ändert.
🇦🇹 Österreich – Status quo und (keine größere Reform)
In Österreich gibt es kein „Sportbootführerschein“ nach deutschem Muster, sondern Befähigungsausweise (FB1-FB4) für Küste und Binnen, die in Fahrtbereich und Reichweite gestaffelt sind.
Wichtige Punkte:
Österreich hat kein nationales Gesetz über eine anstehende Reform wie in Deutschland, die auf 2026–2030 wirkt (zumindest nichts amtlich angekündigt, was als grundlegender Systemwechsel gilt). Die bestehenden Befähigungsausweise (FB1/FB2/… mit Fahrtbereichsbegrenzung) gelten unverändert als Qualifikation für Küsten- und Hochseefahrten.
Kurz: Keine größeren rechtlichen Änderungen im Bootsschein-System in Österreich geplant, aber Anerkennungspraxis für internationale Bootsführerscheine bleibt wichtig.
🇭🇷 Kroatien – Bestehende Regeln (keine großen Reformpläne bis 2030)
Kroatien hat eines der strengsten aktuellen Systeme in Europa – und zwar schon vor 2025:
Für jedes motorisierte Boot ist ein Bootsführerschein Pflicht, unabhängig von PS (ab dem ersten PS bzw. bestimmten Minimal-Grenzen). Segelboote ab 2,50 m Länge brauchen ebenfalls eine Fahrerlaubnis. Anerkannte ausländische Scheine (SBF See, österreichisches FB2 etc.) werden akzeptiert. Deutscher SBF See gilt dort, aber für Boote bis ca. 18 Meter Länge, größere Boote brauchen einen kroatischen Sportseeschifferschein.
Reformpläne:
Es gab Diskussionen über kleinere Lockerungen (z. B. führerscheinfrei bis bestimmte Motor/Längenwerte), aber keine große Systemänderung ist offiziell angekündigt. Änderungen wie die Umstellung von GT auf maximale Bootslänge sind schon in Kraft bzw. Standard, keine weitere große Reform vorgesehen.
Kurz: Kroatien verschärft nicht Richtung liberaler, sondern bleibt strikt – und du musst auch in Zukunft immer eine entsprechende Lizenz haben.
🎯 Fazit – was du praktisch wissen musst
✔ Deutschland: Große Reform steht an – ab 2028 werden Verbands-/ICC-Scheine Standard, Scheinpflicht bleibt.
✔ Österreich: Kein großer Systemwechsel in Sicht; weiterhin modulare Befähigungsausweise.
✔ Kroatien: Sehr strikte Scheinpflicht bleibt bestehen; ausländische Scheine werden anerkannt, aber für größere Boote gelten zusätzliche Nachweise.
Wenn du planst, zwischen DE/AT & Kroatien zu fahren, kümmere dich um einen international anerkannten Schein (z. B. ICC oder entsprechende nationale Scheine) – sonst gibt es in Kroatien und oft bei Charterfirmen Probleme.





